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1972

Überschrift
Zwischenüberschrift

 

Ab dem 1. Januar gibt es den visafreien Verkehr zwischen Polen und der DDR. Der individuelle Tourismus bringt neue Erfahrungen und Konsummöglichkeiten mit sich. Im Kontakt mit Polen wird ein Stück größere Freiheit erfahrbar, ist doch die Abschottung gen „Westen“ hier nicht so rigide wie in der DDR.

Quelle: Zeitgeschichtliches Forum Leipzig

Der polnische KP-Chef Edward Gierek und Erich Honecker in Frankfurt/Oder, 1977 | Quelle: Bundesarchiv

Schnell entwickelt sich ein florierender Schleichhandel, der der Logik der Planwirtschaft widerspricht und manchen Ausgleich in der Mangelwirtschaft herstellt. Viele DDR-Bürger sind irritiert vom polnischen Talent zur Selbstorganisation und der tiefen Religiosität. Diese Verunsicherung und die kriminellen Auswüchse des Schleichhandels lassen historische Stereotype und Vorurteile aufkommen. Die SED bedient sich dieser Stimmung, können doch damit Alltagsprobleme in der DDR auf das Fremde projiziert werden.

 

Eine polnische Gastarbeiterin aus dem Halbleiterwerk Frankfurt/Od 1. Mai 1972, Vom DDR-Rundfunk propagandistisch in Szene gesetzt, wird die einmillionste Passantin der Grenze begrüßt.
Eine polnische Gastarbeiterin aus dem Halbleiterwerk Frankfurt/Od 1. Mai 1972, Vom DDR-Rundfunk propagandistisch in Szene gesetzt, wird die einmillionste Passantin der Grenze begrüßt.
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